Navarra - Costa Vasca - La Rioja

Nordspanische Unter- und höhere Oberkreide

Geologie, Stratigraphie & Fossilien


Nordspanien-Exkursion AE7
Pkw-Exkursion im eigenen Pkw

Termine Anmeldeschluss

AE7-3   17.10. - 24.10.09  

17.09.2009


 

Exkursionspreis:                                                                                 490 €

inklusive Eintritt für Höhlen und Museen
Preis ohne Fahrt-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten s. Organisatorisches

7 Übernachtungen im Doppelzimmer/Frühstück pro Person ca. 140 €
zahlbar vor Ort
Einzelzimmerzuschlag                                                                  ca. 105 €

 

Unser Angebot beinhaltet geologische Führungen und die Organisation äußerst preisgünstiger Zimmer zur Hauptsaison.


Mindestteilnehmerzahl: 8 Personen

 

Exkursionsgebiete/-ziele: Navarra, Sakana/ Barranca, Irurzun, Sierra de Aralar, Tal des Larraun, Sierra Urbasa, Tierra Estella, Estella, Sierra de Loquiz, Pyrenäen, Pamplona, Espinal, Roncesvalles, Tal des Urrobi, spanische Baskenküste, Zarautz, Zumaia, San Sebastián, La Rioja, Munilla, Enciso

 

 

 

Exkursionsablauf Nordspanien AE7
(Programmänderungen vorbehalten!)

 

 

1. Tag (Sa) Arbizu - Individuelle Anreise der Teilnehmer
Die Unterkünfte liegen im baskischen Dorf Arbizu, Navarra bzw. in den benachbarten Dörfern der Barranca/Sakana. Das schmucke, gastfreundliche Arbizu ist Ausgangsort aller Exkursionen. Wir treffen uns um 20:00 Uhr in Arbizu zum Kennen lernen, zu einer Vorstellung des Exkursionsprogramms und zu einem gemeinsamen Abendessen (fakultativ).

 

 

2. Tag (So) Navarra, Tierra Estella, Sierra de Loquiz – Der Diapir von Estella, orbitolinenreiches Alb, fossilreiches Turon; Estella - Der Jakobsweg in Navarra

Unsere Fahrt führt über die Sierra de Andia-Urbasa in die Tierra Estella (Estella-Region), natürlich mit einem kurzen Aufenthalt in Estella, einer im Mittelalter auf dem Jakobsweg gegründeten Stadt.

Auf der Fahrt zum Abbruch der Sierra de Loquiz durchfahren wir die mächtigen terrestrischen Konglomerate des Oberoligozän und machen einen kurzen Halt im Inneren des Diapir von Estella mit einer Keuperfüllung. An einer Oberalb-Lokalität werden wir danach die nicht all zu häufigen Ammoniten der dispar-Zone sammeln und anschließend im Gebiet von Zufia das klastische Oberalb mit reicher Orbitolinenfauna (Großforaminiferen) besuchen. Es sind Sand- bis Schluffablagerungen eines 100 Millionen Jahre alten Flussdeltas.
Nach einem kurzen Abstecher in mittelturonen Schichten wenden wir uns dem höheren Turon zu, das Ammonitenleitformen wie Romaniceras, Collignoniceras und Suprionocylus aufweist. Seeigel und Brachiopoden sind abschnittsweise auch nicht selten.

 

 

3. Tag (Mo) Navarra, Sierra de Aralar und Tal des Larraun - Unterkreide: Rudisten, Korallen, Algenhügel und Großforaminiferen - 110 Millionen Jahre alte Riff- und Lagunensedimente; Tal des Larraun - Oberkreide, Turbiditserien des Campan

Für einen geologischen Überblick und eine Einführung in den Bau und die Strukturen des Exkursionsgebietes, Sierra de Aralar und Barranca/Sakana, fahren wir über eine Passstraße auf die Sierra de Aralar. Hier erhalten wir bei gutem Wetter nicht nur einen ausgedehnten Blick über die Barranca mit ihren vorwiegend oberkreidezeitlichen Ablagerungen, sondern auch einen Einblick in die unterkreidezeitliche "Rifffazies" der Aralar selbst, die ihre Südflanke begleitet. In der Umgebung von Irurzun existierten zwischen Apt und Oberalb die mächtigsten Riffkomplexe des Basko-Kantabrischen Beckens.

Im Laufe des Tages besuchen wir an unterschiedlichen Lokalitäten biostromartige Bildungen in einzigartigen und schützenswerten Aufschlüssen. Wir sehen uns ebenfalls das feinklastische Oberalb an, das sich mit den "Riffkalken" verzahnt. Angedacht für diesen Tag ist auch eine Profilaufnahme in einem rudisten- und korallenreichen Abschnitt des Riffkomplexes.

 

 

4. Tag (Di) Navarra, Pyrenäen - Heteromorphe Ammoniten, fossilreiches Obercampan und Maastricht; Roncesvalles, Valcarlos - Der Jakobsweg in Navarra; Tal des Urrobi
Der Tag ist ausgerichtet auf die höchste Oberkreide in den östlichen navarrischen Pyrenäen. Wir fahren noch weitgehend unbekannte Aufschlüsse in den Bergen an, die eine Abfolge vom unteren Obercampan bis ins Untermaastricht erschließen. Mit etwas Fleiß und Ausdauer lässt sich eine artenreiche Ammonitenfauna mit Pachydiscus, Trachyscaphites, Pseudoxybeloceras, Glyptoxoceras, Euskadiceras, Bostrychoceras und Nostoceras erklopfen. Bei den Seeigeln sind Micraster und Echinocorys häufig. Aus diesem Gebiet stammen auch die größten jemals gefundenen Cardiotaxis-Formen.
Auch die Kultur soll nicht zu kurz kommen. Bei unserer Fahrt über Pamplona kreuzen wir zweimal den so genannten „französischen Jakobsweg“, der bei Valcarlos nach Spanien eintritt. Bei Aurizberri/Espinal mit baskischen Grabstelen und bei Orreaga/Roncesvalles, einem Schauplatz der Rolandsage und einem religiösen Zentrum auf dem Jacobsweg werden wir kurz Halt machen, um dann bis zu den Aufschlüssen eine Fahrt durch das malerische Urrobi-Tal zu unternehmen. Am Abend ist Gelegenheit, die berühmten Lachsforellen vom Urrobi zu kaufen, eventuell für ein gemeinsames Abendessen (cena).

 

 

5. Tag (Mi) Navarra, Barranca/Sakana – Oberkreide, Campan, Ammoniten- und Seeigelfaunen; Die Diapire von Anoz und Ulzurrun - Diapirstrukturen und Diapirismus in den Westpyrenäen

Thema des Tages ist das Untercampan östlich Irurzun und seine lokale Entwicklung. Es ist reich an Seeigeln wie Micraster, Offaster und Echinocorys, aber auch reich an Ammoniten, die zur biostratigraphischen Gliederung des nordspanischen Campans herangezogen wurden.
Am Nachmittag fahren wir auf die Sierra-Andia und suchen die heutigen Strukturen der Diapire von Anoz und Ollo/Ulzurrun auf, die im Obersanton und im tiefsten Untercampan in diesem Gebiet eine schmale untermeerische Schwelle bildeten und verantwortlich sind für auftretende lokale Schichtlücken, Hartgründe und Aufarbeitungskonglomerate. Am späten Nachmittag sammeln wir heteromorphe Ammoniten, Inoceramen und Offaster im höheren Obercampan einer Prodeltafazies.

 

 

6. Tag (Do) Costa Vasca, Zumaia – Das Maastricht und die letzten Kreideammoniten, die Kreide/Paläogen-Grenze; San Sebastián – La Concha, Chillida und la parte vieja
Das Küstenprofil Zumaia (Provinz Guipúzcoa) wurde gleich durch zwei Grenzen berühmt, die der Kreide zum Paläogen und die des Paleozäns zum Eozän. Auf der Spitze von San Telmo genießen wir die Aussicht über die schroffe Felsenküste von den Campanschichten an der Bucht von Aitzuri bis zum Paläogenflysch am Playa de San Telmo. Wir wenden uns danach dem, nur bei Ebbe zugänglichen Küstenabschnitt des Maastrichts und der Kreide/Paläogen-Grenze mit dem Iridium-Horizont zu.
Bei unserer Klettertour über die aus dem Meer ragenden Schichtköpfe werden wir versuchen, einige Maastricht-Ammoniten, inoceramide Bivalven und Seeigel zu finden.
Die Rückfahrt erfolgt entlang der malerischen Küste von Zumaia über Guetaria nach Zarautz und dann via Autobahn nach San Sebastián, wo wir auf Wunsch den Abend mit einem Besuch des Badestrandes „La Concha“ und der Skulptur „ Peine del viento“ des baskischen Künstlers Eduardo Chillida, der Altstadt und ihrer Pintxos-Bars oder in einer “Sidreria” beschließen könnten.

 

 

7. Tag (Fr) La Rioja - Die Route der Dinosaurier (Unterkreide, Barrême – Apt)

Die spanische Provinz La Rioja ist nicht nur bekannt durch ihre vorzüglichen Rotweine, sondern auch als eines der bedeutendsten Gebiete Südeuropas mit frühkreidezeitlichen Saurierfährten. Bisher sind 18 Lokalitäten mit Fährten ausgewiesen.
Die Exkursion führt durch das Ebro-Becken, eine bizarre Paläogen-Landschaft (Oligozän – Miozän) des südwestlichen Navarras und der nordöstlichen Rioja, weiter über Sesma, Lodosa und Arnedo in das Gebiet von Munilla und Enciso mit terrestrischen Unterkreidesedimenten. Diese ca. 120 -100 Millionen Jahre alten Ablagerungen sind Sedimente eines einzigen, 500 qkm großen Sees, an dessen sumpfigen Ufern vor allem die Fährten von Tierfuß- (Theropoda) und Vogelfuß-Dinosauriern (Ornithopoda) überliefert sind.
Einige dieser interessanten Fährten werden wir im Gebirge ansehen. Aber auch ein kurzer Besuch im Centro Palaleontologíco de Enciso ist geplant, einem kleinen, modernen Museum mit didaktisch hervorragender Ausstellung zum Thema Dinosaurier und Dinosaurierfährten der Rioja. Auf dem Rückweg bleibt Gelegenheit die landwirtschaftlichen Produkte (z. B. Spargel, Paprika, Artischocken, Wein) in kommunalen Verkaufsläden oder Bodegas zu erwerben.

 


8. Tag (Sa) Abfahrt von Arbizu

Letztes gemeinsames Frühstück und Verabschiedung. Auf Wunsch Transfer zu den Flughäfen von Bilbao oder Pamplona.

 

 

 

 

  • Modalitäten:
  • Fahrtkosten, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sind nicht im Preis enthalten!
    Die An- und Rückreise zum und vom Zielort Arbizu in Nordspanien (Navarra) sowie die Exkursionen innerhalb Nordspaniens finden in der Regel in den Pkws der Teilnehmer statt.
  • Wir organisieren Mitfahrgelegenheiten für Teilnehmer ohne Pkw und holen die Teilnehmer vom nächstgelegenen Bahnhof (Alsasua) ab. Auf Wunsch organisieren wir auch einen Transfer von und zu den Flughäfen von Bilbao-Sondika oder Pamplona-Noin. Der Transfer von den Flughäfen Bilbao und Pamplona ist eine Extraleistung.
  • Leistungen:
    Exkursionsleitung durch einen Dipl. Geologen/ Paläontologen
  • Exkursionsbegleitung und Betreuung durch eine Muttersprachlerin
  • Organisation von Fahrgemeinschaften
  • Eintritte für Museen und Höhlen
  • Organisation der Unterkünfte und spezieller Veranstaltungen vor Ort.
    Bei den Unterkünften sehen wir uns in der Regel nach Landhäusern (Casas rurales) oder Apartments (apartamentos) für 6 -12 Personen um.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Estella - Fuente de los chorros

Estella - Rand des Salzdiapires

Zubielki -

 Sierra de Loquiz - Mittelturon-  bis Oberturon-Aufschluss

Romaniceras (Yubariceras) ornatissimum

Sierra de Aralar - Riffkomplexe der Aralar und Barranca-Panorama

Irurzun - Dos Hermanas-Riffkalke

Sierra de Aralar - Albaufschluss Corte de Madoz

Sierra de Aralar - Korallenstöcke

Sierra de Aralar - Rudist

Espinal - Baskische Stelen

Roncesvalles - Rolandsstein

Pyrenäen - Aufschluss im höheren Obercampan

N. (Bostrychoceras) archiacianum

Barranca - Untercampan-Aufschluss

Barranca, Untercampan - Scaphites hippocrepis III

Barranca - Obercampan- bis Masstricht-Aufschluss

N. (Euskadiceras) euskadiense

Zumaia - San Telmo

Zumaia, Punta de San Telmo - Paleozänkalke und Playa de San Telmo

Costa Vasca, Zumaia - Kreide/Paläogen-Grenze

La Rioja, Munilla - Enciso Formation

Rioja - Fährtenaufschluss Penaportillo

La Rioja, Munilla - Fährtenaufschluss La Canal

Rioja - Fährtenaufschluss  La virgen del campo