Navarrische Pyrenäen - französische Baskenküste (Côte Basque)

Baskische Kreide- und Paläogenaufschlüsse

Eine geologisch-kulturelle Exkursion

 

 

Nordspanien-Exkursion AE6
Pkw-Exkursion im eigenen Pkw

Termine Anmeldeschluss

AE6-3 10.10. - 17.10.09  

10.09.09

 

Exkursionspreis:                                                                                    490 €
Preis ohne Fahrt-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten s. Organisatorisches

inklusive Eintrittsgelder

7 Übernachtungen im Doppelzimmer/Frühstück pro Person ca. 140 €

zahlbar vor Ort

Einzelzimmerzuschlag                                                                    ca. 105 €

Unser Angebot beinhaltet geologische Führungen und die Organisation äußerst preisgünstiger Zimmer zur Hauptsaison.

 

Mindestteilnehmerzahl: 8 Personen

 

Exkursionsgebiete/-ziele: Navarra, Sakana/La Barranca, Naturparks Sierra de Aralar und Sierra de Urbasa, Tierra Estella, Sierra de Loquiz, Olazagutia, Bidart (F), Biarritz (F), Baztán-Tal, Atlantische Pyrenäen, Zugarramurdi, Pamplona

 

Verbinden Sie Ihren Spanienurlaub mit Ihrem Hobby und einem Ausflug in die Geologie und erdgeschichtliche Entwicklung des Baskenlandes. Sammeln Sie Fossilien unter wissenschaftlicher Anleitung in den Pyrenäen und an der baskischen Küste.
Wir bieten die Exkursionen Nordspanien AE6 und AE7 einzeln und im Paket an. Die Exkursionen beschäftigen sich mit der Zeit der Kreide, 142 – 65 Millionen Jahre vor heute und speziell mit der sehr fossilreichen baskischen Kreide, die durch ihre stratigraphische Vollständigkeit und hohe Sedimentdicke bekannt ist. Ihr Exkursionsleiter ist durch seine langjährige wissenschaftliche Tätigkeit in Navarra zudem einer der besten Kenner der nordspanischen Oberkreide. Er wird Sie zu einigen der bedeutendsten Oberkreide-Aufschlüsse und zu weltberühmten Grenzprofilen im Übergang Kreide-Paläogen („Tertiär“) führen.
Die Exkursionen eignen sich sowohl für geologisch Interessierte mit als auch ohne Vorkenntnissen. Allgemein verständlich werden sowohl spezielle Themen zur Stratigraphie (Schichtenkunde) als auch Grundlagen zur Geologie abgehandelt. Die Exkursionen beinhalten neben Wanderungen durch die Naturparks der Region oder Ausflügen zu kulturhistorischen Stätten auch Besuche von Höhlen, Museen oder auf Wunsch auch Weinkellereien.

 

 

Exkursionsverlauf Nordspanien-Exkursion AE6 :

(Programmänderungen vorbehalten!)

 

1. Tag (Sa) Individuelle Anreise der Teilnehmer. Die Unterkünfte liegen im baskischen Dorf Arbizu, Navarra bzw. in benachbarten Dörfern. Das gastfreundliche Arbizu ist Ausgangsort aller Exkursionen. Treffpunkt ist in Arbizu um 20:00 Uhr mit einer kurzen Vorstellung des Exkursionsprogramms und zum Kennen lernen bei einem gemeinsamen Abendessen.

 

 

Die Unterkünfte liegen mitten in der Barranca, baskisch "Sakana", dem malerischen Tal des Arakil-Flusses, eingerahmt von zwei Gebirgsketten, die die Naturparks Aralar und Urbasa-Andía beherbergen. Pamplona, die Provinzhauptstadt Navarras, bekannt durch die "Fiesta de San Fermín" und den "encierro" der Stiere im Juli, ist mit dem Auto in 30 Minuten, die im Mittelalter als eine Station auf dem "Camino de Santiago" gegründete Stadt Estella, in 45 Minuten leicht zu erreichen. Bis nach San Sebastián an die baskische Küste braucht man etwa 60 Minuten.

 

 

2. Tag (So)Sakana/ Barranca – seeigelreiches Coniac bis Santon, die Coniac/Santon-Grenze in der vorgeschlagenen GSSP, dem Steinbruch von Olazagutia

Horizontiertes Sammeln im höheren Unterconiac bis Mittelsanton ist angesagt. Dazu suchen wir eine Anzahl von kleineren natürlichen Aufschlüssen im östlichen Teil der Barranca und dem großen Steinbruch bei Olazagutia auf.
Seeigel sind im Allgemeinen häufig, insbesondere Micraster und Echinocorys. Im östlichen Teil der Barranca können auch Ammoniten wie Peroniceras, Scaphites, Tridenticeras oder Protexanites im Mittel- und Oberconiac gesammelt werden. Inoceramen dagegen finden wir häufiger im Santon von Olazagutia.
Der Steinbruch von Olazagutia zeichnet sich aus durch einen kontinuierlichen Übergang vom Coniac ins Santon, durch eine reiche, gut erhaltene Makrofauna und durch die Häufigkeit des divergent-rippigen Inoceramen Cladoceramus undulatoplicatus. Aus diesen Gründen wurde er als einer der Kandidaten für die globale Stratotyp-Section und den Punkt (GSSP) der Santonbasis vorgeschlagen. Wir werden uns den Grenzbereich genauer ansehen und dabei die Grenzkriterien diskutieren.

 

 

3. Tag (Mo) Naturpark Sierra de Aralar - San Miguel in Excelsis, bronzezeitliche Megalithgräber; Barranca - Inoceramen- und ammonitenreiche Oberkreide ( Turon bis Coniac )

Am frühen Vormittag fahren wir auf die Sierra de Aralar, einem Karstmassiv, von wo wir bei gutem Wetter einen fantastischen Ausblick auf die Barranca, die Sierra de Andía sowie das Becken von Pamplona haben. In luftiger Höhe erfolgt eine Einführung in die Geologie und den Schichtaufbau des Exkursionsgebietes.
Nach dem Besuch des Sanktuariums von San Miguel in Excelsis, mit einem der bedeutendsten Emaille-Altare der Romanik, machen wir einen kurzen Abstecher zu einigen der rund 44 Dolmen (Großsteingräbern) der Aralar.
Bei schlechtem Wetter suchen wir die Tropfsteinhöhle Mendukilo auf.
Die Abfahrt ins Arakil-Tal erfolgt auf einer Straße mit Panoramaaussicht und Blick auf die Aufschlüsse in der Barranca, die wir am Nachmittag oder in den nächsten Tagen besuchen werden.
Östlich von Irurzun stehen das Turon und das Coniac in einer reduzierten Schichtabfolge mit Hartgründen an. Vor Ort erfolgt eine Einführung in die biostratigraphische Gliederung der anstehenden Schichten. Den Fossilinhalt (Ammoniten, Inoceramen u. Seeigel) erklopfen und erarbeiten wir uns dabei selbst in den fossilreichen Schichten. Bei Interesse nehmen wir gemeinsam zur Dokumentation der Funde ein Schichtenprofil auf.

 

 

4. Tag (Di) Sierra Urbasa-Andía - Paläogenmulde Urbasa, untereozäne Alveolinen u. Nummulitenkalke, Karstphänomene; Naturpark Urbasa - „Balcón de Pilatos“ und Quelle des Urederra

Wir fahren bei Olazagutia auf die Sierra de Urbasa, von wo wir das westliche Arakil-Tal mit seinen unterkreidezeitlichen Riffkalken überblicken und die Ebene von Vitoria einsehen können. Die Gebirgskette, die parallel zum Arakil-Tal verläuft, ist hier eine ebene, verkarstete Hochfläche mit oberflächlichen Erdlöchern und Dolinen sowie Höhlen und Kavernen im Innern. Geologisch handelt es sich bei der Urbasa-Andía Struktur um eine Mulde mit Paläogenkalken im Muldenkern. Wir sehen uns einige der Karstphänomene an und sammeln Nummuliten, münzgroße Foraminiferen.
Anschließend erfolgt eine Wanderung, die uns zu dem so genannten „Balcón de Pilatos“, dem schönsten Platz auf der Urbasa mit Ausblick auf das Estella-Land und die Sierra de Loquiz führt.
Bei Interesse kann eine zweite Wanderung vom Fuß der Sierra zum Wasserfall des Rio Urederra (baskisch „schönes Wasser“) unternommen werden. Es gibt kaum Wasserläufe auf der Urbasa, da das Wasser unterirdisch abfließt. An einem der Hauptaustritte liegt die Quelle des Urederra, die mit drei anderen 25 % des Wassers für die Bevölkerung Navarras liefern. Den Tag beschließen wir mit einem gemeinsames Abendessen in Arbizu oder auf der Sierra Urbasa.

 

 

5. Tag (Mi) Tierra Estella, Sierra de Loquiz – Fossilreiche Turonprofile.

Fahrt über die Sierra Urbasa-Andia ins Estella-Gebiet. Tagesprogramm: Zwei ausgiebige Aufenthalte zum Fossilien sammeln in zwei nordspanischen Standardprofilen.

Westlich der Stadt Estella bestehen zahlreiche natürliche und weitflächige Aufschlüsse, die aufgrund ihrer jahrzehntelangen multidisziplinären Bearbeitung als Standardprofile für das Turon im nordspanischen Raum gelten. So erschließt das erste Profil einen kontinuierlichen Übergang vom höchsten Cenoman bis ins höhere Mittelturon. Es ist bezüglich seines Cenoman/Turon-Grenzbereiches eines der mächtigsten und vollständigsten in der Welt. Im zweiten Profil stehen überaus mächtige Abfolgen des Mittel- bis höheren Oberturon an. Die Abfolgen sind reich an Inoceramen, Ammoniten und partiell auch an Seeigeln. Faunenübereinstimmungen hinsichtlich der Ammoniten bestehen im höheren Unterturon und insbesondere im Mittelturon mit den französischen Typregionen (Touraine und Saumurois). Sie erlauben eine Feingliederung dieses Zeitabschnittes auf der Basis der phylogenetischen Ammonitenreihe Kamerunoceras - Romaniceras.

 

 

6. Tag (Mi) Côte Basque, Bidart (F) – Maastricht und Kreide/Paläogen-Grenze bei Bidart - Auf den Spuren einer kosmischen Katastrophe; Biarritz - Eozän und Oligozän

Als vor 65 Millionen Jahren am Nordende der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein Asteroid von ca. 10 km Durchmesser einschlug, löste er eine weltweite Katastrophe aus. Bei seinem Verdampfen verwandelte sich die Erde in ein dunkles, brennendes und schwefliges Inferno, das nicht nur die Dinosaurier, sondern auch 75 % aller Arten auslöschte und somit das Ende der Kreidezeit hervorrief. Die Staubwolke aus dem Auswurfsmaterial verdunkelte die Erde für Monate und verteilte sich über den gesamten Globus. Auch an der heutigen nordspanischen und französischen Atlantikküste, damals ein tieferes Meeresbecken und tausende Kilometer vom Einschlagszentrum entfernt, gingen die Reste der extraterrestrischen Bombe nieder und vermengten sich mit den marinen Sedimenten. Es lagerte sich ein nur wenige cm-dicker „Grenzton“ ab, der durch eine anomal hohe Anreicherung des extrem seltenen, kosmischen Edelmetalls Iridium gekennzeichnet ist.
Die Exkursion führt uns auf der Suche nach den Spuren der kosmischen Katastrophe und den letzten Ammoniten vor dem Aussterbeereignis nach Bidart in Frankreich. Danach geht die Fahrt nach Biarritz zum Strand der Könige“, um das Eozän und Oligozän anzusehen.

 

 

7. Tag (Do) Baztán-Tal, Atlantische Pyrenäen – Die Höhlen der Hexen von Zugarramurdi

Wir fahren über Pamplona und den „Puerto de Belate“ ins Tal des Baztán-Flusses, bekannt als Tal des ewigen Grüns bzw. der im Herbst in roten und ockerfarbenen Tönen leuchtenden Wälder. Viele mittelalterlichen Paläste und Herrenhäuser schmücken die Dörfer. Wir machen Halt in Arraioz und Donomaria mit ihren eindrucksvollen mittelalterlichen Wohntürmen und am „Mirador  de Baztán“ mit Aussicht auf das Baztán-Tal bis nach Elizondo. Unser Ziel sind die Atlantischen Pyrenäen und das Hexendorf Zugarramurdi nahe der französischen Grenze.
Wir gönnen uns in Zugarramurdi ein gemeinsames Mittagsessen mit regionalen Spezialitäten bevor wir am Nachmittag die berüchtigten Höhlen besuchen, ein oberflächlicher Karstkomplex in kreidezeitlichen Kalken.
Der Ort weist weder Tropfsteine noch Höhlenmalereien auf und ist trotzdem einzigartig. Fantasie und Realität verschmelzen in einer Nische der Höhle, wo bis vor vierhundert Jahren Hexentreffen stattgefunden haben, genauer gesagt heidnische Treffen von Männern und Frauen, die den Ziegenbock anbeteten. Sie feierten ausgelassene Feste, tanzten um Lagerfeuer und veranstalteten Orgien im Mondschein. Im Jahre 1612  wurden 40 Frauen zwischen 20 und 80 Jahren von ihren Zeitgenossen der Hexerei bezichtigt und zwölf von ihnen durch die heilige Inquisition verbrannt.
Auf der Rückfahrt halten wir am „ Puerto de Otxondo“  für einen Blick auf die Atlantischen Pyrenäen und bei guter Sicht bis nach Frankreich. Der nächste Halt findet in Pamplona statt,  wo der Abend zu freien Verfügung für den letzten Einkaufsbummel bzw. einen Streifzug durch die Pintxos-Bars der Altstadt genutzt werden kann. 

 

 

8. Tag (Sa) Abfahrt von Arbizu

Letztes gemeinsames Frühstück und Verabschiedung.

 

  • Modalitäten:
  • Fahrtkosten, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sind nicht im Preis enthalten!
  • Die An- und Rückreise zum und vom Zielort Arbizu in Nordspanien (Navarra) sowie die Exkursionen innerhalb Nordspaniens finden in der Regel in den Pkws der Teilnehmer statt.
  • Wir organisieren Mitfahrgelegenheiten für Teilnehmer ohne Pkw und holen die Teilnehmer vom nächstgelegenen Bahnhof (Alsasua) ab. Auf Wunsch organisieren wir auch einen Transfer von und zu den Flughäfen von Bilbao-Sondika oder Pamplona-Noin. Der Transfer von den Flughäfen Bilbao und Pamplona ist eine Extraleistung.
  • Leistungen:
    Wissenschaftliche Leitung der Exkursion durch einen Dipl. Geologen/ Paläontologen
  • Exkursionsbegleitung und Betreuung durch eine Muttersprachlerin
  • Organisation von Fahrgemeinschaften
  • Organisation der Unterkünfte und spezieller Veranstaltungen vor Ort
  • Wir sehen uns in der Regel nach Landhäusern (Casas rurales) oder Apartments (apartamentos) für 6 -12 Personen um.

 

 

         

Sierra de Aralar - Panorama östliche Barranca/Sakana

Olazagutia - Cantera Eguibil

Olazagutia, Cantera Eguibil - Coniac/Santon-Grenzprofil

Olazagutia - Seeigelfauna

Barranca/Sakana - Coniac-Aufschluss

Sierra de Aralar - Sanktuarium San Miguel de Aralar und Bergkamm des Beriain

San Miguel in Excelsis

San Miguel in Excelsis - Romanisches Altarretabel

Sierra de Aralar - Tumulus Erbilerri

Sierra de Aralar - Dolmen Albia

Barranca/Sakana - Aufschluss im Turon bis Coniac

Barranca/Sakana - Mittelturon-Aufschluss

Sierra de Urbasa - Herbstimpression

Sierra de Urbasa - "Balcón de Pilatos"

Sierra de Urbasa - Untereozäner Nummulitenkalk

Sierra de Urbasa - Karstphänomene, Karren

Côte Basque, Bidart (F) -  Ste-Madelaine

 Bidart  -  Kreide/Paläogen-Grenze

Bidart - Zoophycos

Biarritz - Oligozän

Biarritz, Le rocher cachaou und  Villa Belza - Kontakt Eozän/Oligozän

Mirador de  Baztán

Zugarramurdi - Höhle

Zugarramurdi - Kolke

Zugarramurdi - Die Hexenhöhlen

Pamplona - Ayuntamiento (Rathaus)

Pamplona (E) - Traditionelle Pintxos-Bar

Pamplona, Altstadt - Pintxosbar

Pamplona - Café Iruna